Erstmals fanden die Tarifverhandlungen für die bayerische Metall- und Elektroindustrie in Schweinfurt statt. Bei den Gesprächen im Konferenzzentrum auf der Maininsel hielt die Arbeitnehmerseite ihre Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt aufrecht. Das Angebot der Arbeitgeber lehnt die IG Metall ab. Diese hatten eine Einkommenssteigerung von drei Prozent vorgeschlagen. Bei einer Laufzeit des neuen Tarifvertrags von 14 Monaten käme nach Gewerkschaftsangaben dabei unter dem Strich jedoch nur ein Plus von 2,6 Prozent heraus.
Auch bei zwei weiteren Punkten - unbefristete Übernahme von Auszubildenden und Mitspracherecht von Betriebsräten beim Thema Leiharbeit - sind sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite weiter uneins. Sie vertagten sich auf Mai. Dann werden die Gespräche von Warnstreiks begleitet sein. Entsprechende Pläne gibt es bereits. Sie können nach Ende der Friedenspflicht am 28. April umgesetzt werden.
Vor den Verhandlungen in Schweinfurt hatte die IG Metall Beschäftigte von Betrieben nicht nur aus Schweinfurt und der Region, sondern aus ganz Bayern zur Beteiligung an Demonstrationszügen und an einer Großkundgebung direkt vor dem Verhandlungsort aufgerufen. Es wurden rund 3.500 Teilnehmer gezählt.