Sie gehen auf die Straße um gegen die menschenunwürdigen Bedingungen in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft zu demonstrieren. 150 Asylbewerber aus sämtlichen Gemeinschaftsunterkünften in Bayern sind gekommen und zeigen mit dem weißen Band am Arm ihre Solidarität mit dem Verstorbenen.
Mohamad Rashepar verbrachte sieben Monate seines Lebens in der Würzburger Flüchtlingsunterkunft bevor er sich in den frühen Morgenstunden des 29. Januars in seinem Zimmer erhängte.Nach dieser Verzweiflungstat versammeln sich Iraner aus allen Gemeinschaftsunterkünften in Bayern in der Domstadt um gegen die aus ihrer Sicht menschenunwürdigen Lebensbedingungen zu demonstrieren. Der eintönige Alltag in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft hat die Depressionen von Mohamad angeblich noch verstärkt, glauben die Demonstranten. Die hoffnungslosen Umstände sollen ihn zum Freitot bewegt haben. Doch mit ihrer Demo fordern sie nicht nur die Abschaffung der Asylbewerberheime sondern noch viel mehr: So möchten sie sich das Recht erkämpfen selbst ihre Lebensmittel einkaufen zu können und arbeiten zu dürfen. Weiterhin fordern sie Sprachkurse um sich integrieren zu können.Vom monatlichen Taschengeld, das insgesamt 40 Euro beträgt, müssen sie zum Beispiel auch Arztbesuche bezahlen oder sich eine Erlaubnis erkaufen um maximal 10 Tage aus der Unterkunft raus zu kommen - um Verwandte oder Freunde besuchen zu können.
Am Vierröhrenbrunnen vor dem Würzburger Rathaus werden noch einmal die Forderungen verlesen. Mit dem Protestmarsch wollen die Demonstranten nun dafür sorgen, dass sich zukünftig kein Flüchtling mehr das Leben nimmt. Dafür muss die Perspektivlosigkeit, die die Menschen derzeit erleben jedoch endlich ein Ende haben.